Ungarn, Budapest: Molnar-Janosz – Cavediving in der Thermalquelle von Budapest

Von der Opalmine nach Budapest ist es nur noch ein Katzensprung und so waren wir gegen Nachmittag bereits an unserem zweiten Ziel angekommen. Den nächsten Tag, an dem wir vor Muskelkater kaum Treppenlaufen konnten (ich hatte noch nie solchen Muskelkater in den Beinen), verbrachten wir mit Sightseeing und Erkunden dieser wirklich beeindruckenden, vielseitigen Stadt (ich würde jedem einen mehrtägigen Besuch empfehlen). Wir waren nicht nur in der Innenstadt unterwegs, sondern erkundeten auch die nähere Umgebung um unser Hotel, was in Budapest-Kobanya lag. Um die Ecke fanden wir auch das Restaurant wieder, bei dem wir während unseres letzten Aufenthaltes schon hervorragend gegessen haben. Dieser Gurkensalat… Mjam. Natürlich ließen wir den Abend im Szimpla Kert ausklingen. Das ist ein unbeschreiblicher Ort – Kneipe, Bar, Marktplatz, Lounge, Absteige: alles in einem in einem sehr alternativen Ambiente. Man muss es einfach sehen. Es ist unbeschreiblich.

Einen Tag später ging es dann zum Tauchen in die Molnar Janosz. Anna und Atila nahmen uns direkt am Tor in Empfang. Wir betraten den komfortabel ausgebauten Zugangsbereich der Höhle und erlebten einen absoluten Kulturschock. Die Molnar Janosz hat 28° C Wassertemperatur auf den oberen Metern. Es ist bereits im Eingangsbereich schwül-warm – ganz im Gegensatz zur Opal Mine. Auch hier mussten wir unsere Ausrüstung erst einmal zu Einstieg bringen, jedoch standen uns Schubkarren zur Verfügung. Die Ausrüstung konnte komplett im Rödelbereich zusammengebaut werden und uns wurde vom Team aus beim Hineinschaffen geholfen. Alles sehr komfortabel. Für meinen Geschmack darf es beim Höhlentauchen, eigentlich überhaupt beim Tauchen, etwas unbequemer zugehen. Aber nun gut. Das nehmen wir auch. Als alles gerichtet war, erklärte uns Anna in einer Dive-Team-Besprechung das Höhlensystem der Molnar Janosz und welchen Weg wir einschlagen werden.

Schon durften wir uns für den ersten Tauchgang bereitmachen. Von Susi habe ich zu Glück einen ganz dünnen Unterzieher für einen Neoprentrocki geliehen bekommen, denn ich habe nur meinen 1,95 clo Unterzieher und der ist viel viel viel zu warm für die Molnar. Auch die Heizung konnte wegbleiben. 😀   Anschließend durften wir in dieses warme Wasser hinein. Es ist das erste Mal, dass wir mit den Trockis in so warmem Wasser tauchen. Auch hier haben sich alle Mühen gelohnt. Wir schwebten durch eine riesige Höhlenlandschaft. Es wirkte alles so als wenn man in einer Schneewelt unterwegs ist. Überall sind diese weich abgerundeten Gesteinsformationen, ähnlich wie in einem verschneiten Wald, wenn der Schnee schwer auf den Tannenzweigen liegt. Auch Fossilien sind hier und da im Gestein zu sehen. Dann war da noch eine kleine Trimmisere. Wenn ich D12-Konvex-Flaschen tauche, brauche ich mit meinem dicken Unterzieher etwas Blei auf meinem Allerwertesten. Nun hatte ich aber den Unterzieher von Susi an und mir drückte es nun die ganze Zeit die Beine hinunter. Super nervig. Beim zweiten Tauchgang habe ich das sofort herausgenommen. Mit etwas Deko auf der Uhr, die wir auf 6m an einer Dekostange absaßen, beendeten wir den ersten Tauchgang. Der zweite Tauchgang war ähnlich beeindruckend wie der erste.

Am Ende des ersten Tauchtages in der Molnar wurde uns die Flaschen direkt am Rödeltisch abgenommen und für den nächsten Tag wieder gefüllt. So viel Komfort sind wir gar nicht gewohnt. Am Abend suchten wir uns ein Restaurant, in dem wir eine zünftige Portion Ungarisches Gulasch bekamen.

Ein weiterer Tauchtag folgte in der Molnar. Nun kam auch eine weitere Gruppe an, nämlich die 4 Taucher, die wir schon an der Opalmine getroffen haben. Ein weiteres Mal besprachen wir mit Anna, welchen Weg wir tauchen werden. Peter machte bei diesen Tauchgängen die Temperatur des Wassers zu schaffen und beim letzten Tauchgang ging es ihm damit nicht mehr gut, sodass wir diesen leider vorzeitig abbrechen mussten. Eigentlich wollten wir beim letzten Tauchgang über den Seitenausgang aussteigen. So hievten wir unsere Ausrüstung aus dem Eingangsbereich, stempelten unsere Logbücher noch und griffen ein paar Aufkleber für unsere Tauchkiste ab. Vielen Dank, Anna, für 4 schöne und beeindruckende Tauchgänge. Wir kommen bestimmt wieder. Am Abend trafen wir uns im Szimpla Kert mit der anderen Tauchgruppe und fachsimpelten beim Dekobier über Höhlen, Tauchen und das Leben.

Steffie

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